Nico Osthues im Atelier

04/glanzleistung

Das Funkeln in seinen Augen! Seine Leidenschaft, Schmuck zu zeigen, ist eine spürbar besondere. Es ist wie die Erinnerung an die erste große Liebe, dieses Gespräch mit Nico Osthues. Wenn der Juwelier Broschen, Colliers, Ohrringe oder Ringe zwischen seine Finger nimmt, sie auf der Hand sorgsam in mehrere Positionen legt, damit der Blick immer wieder neue Ankerpunkte findet, und wenn er dabei mit so mitreißender Begeisterung auf allerfeinste Verarbeitungsdetails hinweist: Dann weckt diese Reise in eine ganz eigene Schmuckstilwelt den unbändigen Wunsch, diesen funkelnden Moment auf ewig zu erhalten. Was sogar möglich sein soll …


Das weithin bekannte Juwelierhaus J.C. Osthues auf dem Prinzipalmarkt in Münster hat’s nämlich mit der Ewigkeit. Gegründet 1756 von Nico Osthues’ Urururururgroßvater ist es nicht nur das älteste Goldschmied und Juweliergeschäft der Stadt, sondern sogar das älteste familiengeführte in ganz Deutschland. „Als ich fünf war, wusste ich, dass ich Juwelier werde“, erinnert sich Nico Osthues. Mit Blick auf Vorgänger, die einst zu Hofgoldschmieden, gar zu „päpstlichen Hofgoldschmieden“, auserkoren worden waren − die die Preziosen des münsterländischen Adels fertigten: Liegt eine solche Vierteljahrtausend-Tradition der achten Generation des Hauses womöglich tonnenschwer auf den jungen Schultern? „Familientradition ist und bleibt für unser Haus eine wichtige Klammer“, antwortet Nico Osthues darauf, „aber Kontinuität kann nur dann erhalten werden, wenn sie durch Neues lebendig gehalten wird.“ 

Hochwertige und einzigartige Unikate haben im Hause J.C. Osthues eine lange Tradition
Hochwertige und einzigartige Unikate haben im Hause J.C. Osthues eine lange Tradition

Nico Osthues hat seine neuen Schritte innerhalb dieser Kontinuität getan. Ziemlich große sogar. Er, der seit 1987 die Familientradition als Geschäftsinhaber fortführt, war es, der vor 15 Jahren mit dem Juwelierhaus von der Ludgeristraße umzog zum Prinzipalmarkt. „Genau hier gehören wir auch hin. Hier ist unsere Klientel“, sagt er. Nicht nur aus Selbstbewusstsein, sondern weil es seither auch schon viele seiner Kunden so formuliert haben. Zudem verfeinerte Nico Osthues die Spezialisierung des Hauses auf edelsteinbesetzten Juwelschmuck. Bevor er das Geschäft übernahm, absolvierte er in Koblenz bei einem Juwelier eine Kaufmannsausbildung und lernte zudem über mehrere Jahre in der „Edelstein-Schatzkammer“ Idar-Oberstein sowie des Weiteren unter anderem in Hamburg, Luzern und New York alles über die Welt von Edelsteinen und Diamanten. So intensiv, dass er heute einer der gefragtesten Experten überhaupt in diesem Bereich ist und sogar als anerkannter Diamant- und Edelsteingutachter fungieren darf.

… Was den Kleidungsbewussten ihre „Haute Couture“, ist dem Schmuckkenner die „Haute Joaillerie“.

Was den Kleidungsbewussten ihre „Haute Couture“, ist dem Schmuckkenner die „Haute Joaillerie“. Diese bekommt er bei Osthues. Und das sogar als Unikat. In eigener Werkstatt erstellen Meisterinnen und Meister des Goldschmiedehandwerks Einzelstücke im Kundenauftrag und für das eigene Sortiment. Daneben führt das Juwelierhaus am Prinzipalmarkt die Spitzenmarken der Schmuckbranche. Der Wunsch seiner Kundinnen und Kunden nach Einzigartigkeit aber, nach dem Osthues Unikat, in das eine kleine aufgehende Sonne oder die Buchstabenkombination „JCO“ eingeprägt ist, hat deutlich zugenommen. „Wer sich etwas Besonderes leisten will, der hat ein Recht auf 100 Prozent Individualität“, betont Nico Osthues. „Deshalb entdecken immer mehr unserer Kunden, dass der größte Luxus das maßgefertigte, exklusive Einzelstück ist.“ Und wer sollte sich damit besser auskennen als das Haus Osthues? Vor 250 Jahren war genau diese Schmuck-Exklusivität selbstverständlich. Es gab nur handgefertigte Unikate.

„Wer sich etwas Besonderes leisten will, der hat ein Recht auf 100 Prozent Individualität.“

Sie sind es, die ihre Zeit überdauern. Diese Einschätzung kommt wahrlich aus berufenem Munde. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Osthues-Kanne, entworfen vor über 250 Jahren, gefertigt aus feinstemSilber, fester Ausstattungsbestandteil so ziemlich jedes Königshauses und selbst im Vatikan zu finden, ist immer noch ein Klassiker. Diese Prägung bleibt − auch für jedes der Schmuckstücke, das Osthues mit seinen Mitarbeitern heute entwirft. Es sollen Kreationen sein, die Freude bringen für die Ewigkeit. „Der Mode interherzurennen, kann ich nicht verantworten“, betont Nico Osthues. „Sie währt zu kurz.“ Münster, das Osthues in die vorderen fünf Plätze der Schmuckstädte in Deutschland einordnet, ist in Sachen Schmuck „schon besonders“, wie der Experte zu berichten weiß: Das Beständige hat seinen ganz festen Platz. „Die Freude, sich etwas Bleibendes zu gönnen, das von Generation zu Generation weitergegeben werden kann, um dort wieder neue Freude zu schenken: Sie ist hier besonders ausgeprägt.“ Und da ist es wieder: das Funkeln in seinen Augen!